Warum wir keine kompletten Anfänger direkt ins Training aufnehmen (und warum das nichts mit „kein Bock“ zu tun hat)
Diese Frage kommt regelmäßig – und sie ist völlig berechtigt:
Warum nehmen wir nicht einfach jeden Hund sofort ins Gruppentraining auf?Warum sagen wir stattdessen:„Bitte zuerst Grundschule / Anfänger- und Fortgeschrittenenkurs in der Hundeschule“?
Hier die klare Antwort – ohne Drumherumreden.
1) Unser Training ist Hundesporttraining – kein klassischer Erziehungskurs
Unser Training im Verein ist Hundesporttraining. Das bedeutet: Wir trainieren nicht „ein bisschen Beschäftigung“, sondern arbeiten gezielt an sportlichen Inhalten wie z. B.:
Unterordnung / IBGH
Rettungshundesport (RH)
Agility
Sportaufbau mit Prüfungs- und Wettkampfbezug
Unser Vereinszweck ist damit auch ganz klar:
➡️ Wir trainieren in verschiedenen Sparten so, dass Teams sich entwickeln und Prüfungen ablegen können, wenn sie das möchten.
Dafür braucht es ein Mindestmaß an Grundlagen – sonst ist sportliches Arbeiten nicht möglich.
2) Unser Training setzt Basics voraus (sonst geht es nicht sauber)
Hundesporttraining funktioniert nur, wenn bestimmte Basics bereits vorhanden sind oder zumindest sauber begonnen wurden.
Dazu gehören z.B.:
Leinenführigkeit im Ansatz
Orientierung am Hundeführer
Marker-/Belohnungssystem verstanden
grundlegende Impulskontrolle
ein Mindestmaß an Ruhe in einer Gruppe
„Sitz/Platz/Hier“ als Basis, nicht als Baustelle
Wenn diese Grundlagen komplett fehlen, ist das kein Problem des Hundes – aber es ist schlicht eine andere Trainingsstufe, die zuerst aufgebaut werden muss.
3) Wichtig zur Klarstellung: Hundeschule und Verein sind getrennte Betriebe
Weil hier immer wieder Missverständnisse entstehen, sagen wir das ganz deutlich:
✅ Die Hundeschule ist ein eigenständiger, wirtschaftlicher Betrieb.Sie findet zwar auf unserem Vereinsgelände statt und ist uns räumlich angeschlossen, aber:
➡️ Rechtlich und organisatorisch hat der Verein mit der Hundeschule nichts zu tun.
Das bedeutet auch: Der Einstieg über die Hundeschule ist keine „Vereinsregel aus Bequemlichkeit“, sondern eine saubere und professionelle Trennung von Zuständigkeiten:
Hundeschule = Grundausbildung / Alltag / Basisaufbau
Verein = Hundesporttraining / Technik / Aufbau Richtung Prüfung
4) Der entscheidende Punkt: Wir arbeiten ehrenamtlich – Kapazität ist begrenzt
Bei uns arbeiten Trainer ehrenamtlich. Das bedeutet: Wir machen das gern und mit viel Engagement – aber wir haben keine unbegrenzten Kapazitäten.
Komplette Anfänger brauchen am Anfang in der Regel:
viel Einzelbetreuung
enges Timing-Feedback
saubere Anleitung bei jeder Wiederholung
klare Fehlerkorrektur (ohne Frust)
Struktur und Kontrolle im Setting
Das ist faktisch Einzelunterricht im Gruppengewand.
Und den können wir im regulären Vereinsbetrieb nicht leisten, ohne dass:
das Training für alle anderen leidet
die Qualität sinkt
es chaotisch wird
und am Ende keiner wirklich zufrieden ist
5) Gruppen-Training im Verein ersetzt keine Hundeschule
Viele kommen mit dem Gedanken:
„Beim Verein ist es günstiger, dann spare ich mir die Hundeschule.“
Das ist verständlich – aber es funktioniert in der Praxis nicht.
Ja, wir sind günstig. Sehr günstig sogar:70 € im Jahr für ein ganzes Trainingsjahr ist im Vergleich zu Hundeschule oder Kursen extrem wenig –zumal hier sogar Zuschüsse zu Sommerfest und Weihnachtsfeier von je 10 € enthalten sind.
Aber genau deshalb ist auch klar:
➡️ Wir können in dieser Struktur keine komplette Grundausbildung für jeden einzelnen Hund leisten.Das ist keine „Wollen wir nicht“-Entscheidung, sondern eine realistische.
6) Fairness gegenüber den anderen Teams – und Trainingsqualität erhalten
Wir haben Teams auf dem Platz, die:
regelmäßig trainieren
Prüfungen vorbereiten
an Technik und Details arbeiten
Fortschritt wollen und brauchen
Wenn wir komplette Anfänger ohne Grundlagen reinnehmen, passiert meistens Folgendes:
die Gruppe wird ausgebremst
der Trainer muss permanent Basisprobleme „löschen“
der Anfänger steht trotzdem überfordert da
es entsteht Frust auf allen Seiten
Das ist weder für die Fortgeschrittenen fair – noch für den Anfänger selbst sinnvoll.
7) Sicherheit und Ruhe sind nicht verhandelbar
Je nach Hund kann es am Anfang Themen geben wie:
ständiges Schnüffeln/Abtauchen
Leine unter Spannung / Zerren
Pöbeln, Unsicherheit, Stress
Probleme mit Nähe zu anderen Hunden
fehlende Abrufbarkeit/Ansprechbarkeit
Das ist am Anfang nicht ungewöhnlich – aber in einem sportlichen Gruppentraining nicht verantwortbar, wenn es noch komplett unkontrolliert ist.
Sicherheit, Struktur und ein Mindestmaß an Kontrolle sind Grundvoraussetzung.
8) Unser Ziel: Du sollst bei uns im Hundesport wirklich vorankommen
Der Anfänger- oder Grundkurs in der Hundeschule ist kein „Rauswurf“, sondern eine saubere Einstiegsschiene.
Der Kurs sorgt dafür, dass du:
ein solides Fundament aufbaust
verstehst, wie Training grundsätzlich funktioniert
ein funktionierendes Belohnungssystem hast
deinen Hund sinnvoll führen kannst
und dann im Vereinstraining wirklich mitkommst
Das ist der Unterschied zwischen:
„Ich bin irgendwie dabei und laste meinen Hunde aus“und „Ich entwickle mich sichtbar weiter – und kann sportlich arbeiten.“
Und genau das ist im Hundesport entscheidend.
9) Kurz gesagt: Es geht um Qualität, nicht ums Aussortieren
Wir nehmen keine kompletten Anfänger direkt ins Training auf, weil wir:
die Trainingsqualität halten wollen
unsere ehrenamtlichen Ressourcen schützen müssen
die Gruppe nicht blockieren dürfen
und Anfänger nicht ins Chaos schicken wollen
Was wir stattdessen empfehlen (und wie der richtige Weg aussieht)
Der sinnvolle Einstieg läuft so:
✅ Zuerst: Hundeschule (Grundschule / Anfänger- und Fortgeschrittenenkurs)
➡️ danach: Einstieg bei uns ins Vereinstraining / Hundesporttraining
Genau deshalb funktioniert dieser Weg so gut: Die Hundeschule baut die Basics professionell auf – und wir können im Verein darauf aufsetzen und sportlich sauber weiterarbeiten.
Abschluss
Wenn du wirklich im Hundesport ankommen willst, ist ein stabiles Fundament keine Schikane, sondern die Abkürzung.
Und genau deshalb gehen wir diesen Weg in dieser Reihenfolge:Er ist fair, sinnvoll, sicher – und bringt am Ende die besten Ergebnisse für Hund und Mensch.


So isses! Und selbst dann noch, ein langer stringer Weg. Von Fall zu Fall. Wuensche Allen den sportlichen Erfolg, den sie anstreben.